Orthomolekulare Infusionstherapie

Eine Infusion ist die kontrollierte Applikation von Flüssigkeitsmengen > 20 ml in den Körper. In unserer Praxis werden Infusionen über die Venen (meist am Arm oder Handrücken) verabreicht.

Neben dem Aspekt der Flüssigkeitszufuhr bieten Infusionen viele Möglichkeiten, weitere Stoffe zu verabreichen.

Der zweifache Nobelpreisträger Prof. Dr. Linus Pauling hat als Biochemiker im 20. Jhd. Die orthomolekulare Medizin wie folgt definiert: „Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentrationen von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind.“ Die Ausrichtung ist also sowohl therapeutisch als auch präventiv.

Was aber sind diese Substanzen, die im Körper normalerweise vorhanden sind und warum kann es sinnvoll sein, diese (mittels Infusion) von außen zuzuführen?

Mit der Nahrung nehmen wir z.B. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, und Enzyme auf, die der Körper lebensnotwendig braucht, aber (größtenteils) nicht selbst herstellen kann. Jedoch ist unser Bedarf durch die Lebensumstände ( Stress, fast-food, Koffein und Alkohol, Nikotin, Bewegungs- und Schlafmangel, …) heute deutlich höher als zu früheren Zeiten. Weiterhin ist zu verzeichnen, dass insbesondere der Vitamingehalt von Obst und Gemüse durch Züchtung, Lagerung und Zubereitungsarten eindeutig abnimmt. Der inzwischen weit verbreitete Mangel an Verdauungssäften, Fehlbesiedelungen des Dickdarms (mehr dazu siehe Darmdiagnostik / Darmsanierung) oder chronische Entzündungen im Magen-Darm-Trakt haben zur Folge, dass der Körper die mit der Nahrung angebotenen Stoffe nicht mehr in vollem Ausmaß aufnehmen kann.

Infusionszugang

Mineralstoffe und Spurenelemente sind chemisch einfach aufgebaute anorganische Substanzen, die für den Aufbau von Geweben (z.B. Knochen oder Schleimhaut), die Aktivierung von Enzymen oder die Reizübertragung notwendig sind.

Vitamine sind sehr unterschiedliche und komplexe organische Verbindungen. Sie regulieren den Ab- und Umbau von Kohlenhydraten (Zucker, Stärke), Proteinen (Eiweiß) und Mineralstoffen, was für die Energiegewinnung notwendig ist. Auch sie sind maßgeblich am Gewebeaufbau beteiligt und haben großen Einfluss auf das Immunsystem.

Der Vitaminhaushalt beeinflusst also auf direktem Weg auch den der Mineralstoffe und Spurenelemente.

Haben wir zu wenig davon in uns, versucht der Körper das auszugleichen und dementsprechend sind auch die ersten Symptome eines Mangels sehr unspezifisch: Energiemangel, Müdigkeit, Infektanfälligkeit, …

Jedoch gehen viele Krankheiten (z.B. des Herz-Kreislauf-Systems, des Immunsystems, der Haut, des Verdauungssystems und Stoffwechsels, aus dem rheumatischen Formenkreis, …) mit Vitamin- und Mineralstoffdefiziten einher oder sind sogar maßgeblich dadurch bedingt.

Wichtig ist bei der orthomolekularen Medizin, dass

  • die richtige Menge
  • das richtige Verhältnis der verschiedenen Komponenten
  • die Substanz in einer chemischen Form, die der Körper gut aufnehmen kann

verabreicht wird. Die Infusionstherapie hat dabei den großen Vorteil, dass der Darm (der eine unüberwindbare Hürde für die Aufnahme sein kann) umgangen wird und die Substanzen über das Blut direkt dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden.